Klangwahrnehmung

Musikpädagogische Hörberatung

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Besonderheiten im Zusammenspiel

Oberton- und Grundtonhörer musizieren unterschiedlich

Grundtonhörer spielten tendenziell lieber virtuos oder rhythmisch betont, Obertonhörer interessierten sich mehr für zarte Klangfarbenänderungen, die Gestaltung und bewusste Nachempfindung einzelner Klangereignisse, einen weicheren Tonansatz, historische Aufführungspraxis oder die Hervorhebung von polyfonen Melodieverläufen.  

Musikergruppen

Musikergruppen an Musikhochschulen oder in Sinfonie- und Opernorchestern zeigten überraschenderweise tendenziell homogene Höreigenschaften. So waren die Orchestermusiker des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra fast alle Obertonhörer, die Orchestermusiker des Mannheimer Nationaltheaters hingegen überwiegend Grundtonhörer. Auch die Jazz- und Popschulen zeigten eine komplementäre Verteilung: Die gemessenen Schlagzeuger der Popakademie in Mannheim waren alle Grundtonhörer, die Schlagzeuger der Frankfurter Musikwerkstatt hingegen zumeist Obertonhörer.

Jazzmusiker musizieren anders

Trotz perkussiver Instrumente waren fast alle Jazzmusiker Obertonhörer. Möglicherweise profitieren sie als Obertonhörer entscheidend von dem Vorteil, die charakteristischen Jazzakkorde („Voicings“) in ihrem mehrschichtigen Aufbau von Septimen, Nonen, Undezimen und Tredezimen sauber auflösen zu können. Bei den Jazzschlagzeugern stand interessanterweise eher die klangfarbenbetonte Spielweise des Beckens im Mittelpunkt, im Gegensatz dazu bei den grundtonhörenden Drummern die durch die Bassdrum betonte Spielweise. Eine stark spektral hörende Paukistin beschrieb den Klang ihres Paukenschlags als 10- bis 20-stimmige „Melodieschichtung“ und konnte nicht verstehen, dass andere Hörer (Grundtonhörer) nicht in der Lage waren, mehr als einen einzigen donnernden Gesamtklang zu erkennen.

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Wie spielen Lehrer und Schüler zusammen?

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