Klangwahrnehmung

Musikpädagogische Hörberatung

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Klangwahrnehmungstest

Aufbau des Grund- und Obertontests

Mit einer Forschergruppe der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg ging Dr. Peter Schneider bei der Entwicklung eines neuen Klangwahrnehmungstests mit über 2000 Probanden von der Annahme aus, dass man zwei Möglichkeiten der Tonhöhenwahrnehmung unterscheiden kann – je nachdem, ob sich ein Hörer eher an der Grundfrequenz eines harmonischen Klangs (das heißt an dessen Grundton) oder an dessen Obertonstruktur orientiert.

Es zeigt sich nämlich, dass sich die erlebte Tonhöhe um bis zu drei oder vier Oktaven unterscheidet, wenn derselbe Klang unterschiedlichen Hörerinnen und Hörern vorgespielt wird. Bei diesen Tests wird die Richtung (aufsteigend – absteigend) für jeweils zwei aufeinanderfolgende Klänge bestimmt, bei denen die Grundfrequenz fehlt. Die präsentierten Obertongruppen weisen für die Klangfarben- und Tonhöhenwahrnehmung relevante Strukturmerkmale auf, wie sie charakteristisch für Instrumentalklänge und stimmhafte Sprachlaute sind. Durch eine gegenläufige Verschiebung der Obertongruppen und des fehlenden Grundtons ist es möglich, den Grad an grund- oder obertonbezogenem Hören zu bestimmen. Dabei wird für jeden Probanden ein „Hörindex der Klangwahrnehmung“ berechnet, dessen Wertebereich zwischen -1 (nur Grundtöne gehört) und +1 (nur Obertöne gehört) liegt. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen wurde eine sehr breite Verteilung der Höreigenschaften mit unterschiedlich verlaufenden Grenzen zwischen den individuellen Wahrnehmungsbereichen für Grundtöne, oktavierte Grundtöne und Spektraltöne gemessen. Ein gewisser Anteil an Hörerinnen und Hörern nimmt im gesamten Testbereich ausschließlich Obertöne oder Grundtöne wahr. Manche Hörer sind im tiefen Frequenzbereich Grundtonhörer und im hohen Frequenzbereich Obertonhörer, andere genau umgekehrt, sodass sich je nach Hörtyp völlig unterschiedliche Klangwahrnehmungsprofile ergeben.

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Beispiel von zwei aufeinanderfolgenden komplexen Tönen. Durchgezogene Linien kennzeichnen die physikalisch vorhandenen Obertöne („Harmonische“), während die gestrichelten Linien die physikalisch nicht vorhandenen Töne darstellen, so auch den fehlenden Grundton (Nummer 1). Aufgabe ist es, die dominant gehörte Tonrichtung zu bestimmen.