Klangwahrnehmung

Hörakademie Heidelberg

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KLAWA-Test im Unterricht und Zusammenspiel

1. Mit dem richtigen Instrument zur richtigen Zeit starten

Die Entwicklung eines jeden Kindes verläuft in einem individuellen Tempo, bei der musikalischen Wahrnehmung sind manche Kinder anderen um 2-3 Jahre voraus. Die KLAWA-Beratung berücksichtigt das und gibt Auskunft über passende Instrumente und einen geeigneten Startzeitpunkt für den Muskunterricht. Zeigt der KLAWA-Test, dass die Wahrnehmung noch nicht ausreichend gereift ist, wird eine allgemeine musikalische Förderung wie Chorsingen, Perkussion, Orff-Instrumente oder Tanzen empfohlen, bis die nötigen Voraussetzungen zum Erlernen eines Instrumentes erreicht sind.

Denn nur das, was gehört wird, lässt sich auf einem Instrument musikalisch gestalten. Wenn Ihre Schüler die klanglichen Feinheiten Ihres Instrumentes gut wahrnehmen und gestalten können, macht der Unterricht allen mehr Freude.

An manchen Musikschulen gibt es ein "Instrumentenkarussell". Meist wird es nur für Kinder einer bestimmten Altersstufe angeboten.Trotz des großen Aufwandes für alle Beteiligten sind oft außermusikalische Gründe, wie zum Beispiel  die Sympathie zu einem bestimmten/r LehrerIn oder das Vorbild eines Freundes bei der Auswahl des Instrumentes entscheidend.

Der KLAWA-Test mit Instrumentenberatung ist für alle Kinder ab 7 Jahre, Jugendliche und Erwachsene geeignet. Grundlage für die Beratung ist das Hörprofil, zusätzlich werden musikalische Vorlieben, Ausdauer und Geschicklichkeit mit einem Fragebogen erfasst und berücksichtigt.

So können Sie den KLAWA-Test einsetzen


2. Bei fortgeschrittenen Schülern mit weniger Frust unterrichten

Schwierigkeiten im Musikunterricht?

Kennen Sie als Musikpädagoge unangenehme Fragen wie folgende?

  • Warum ist der/die SchülerIn so unkonzentriert und leicht ablenkbar?

  • Warum übt er/sie so wenig, obwohl eigentlich Talent vorhanden ist?

  • Würde der Schüler / die Schülerin mit einer anderen Unterrichtsmethode mehr Fortschritte machen?

  • Würde ein Wechsel des Lehrers die Motivation für das Instrumet fördern?

  • Oder soll der Schüler besser mit einem anderen Instrument beginnen?

Mit dem KLAWA-Test erkennen Sie objektiv, welche Voraussetzungen Ihre Schüler mitbringen:

Die Schwellentestergebnisse zeigen, wie gut Lautstärke, Tonhöhe, Tonansatz oder Tonlänge unterschieden werden können. Beim Grundton- und Obertontest werden die Klänge extrem verschieden wahrgenommen. Manche hören den Ton als Ganzes, für andere erscheinen die Obertöne einzeln. Sie finden heraus, ob Ihr Schüler / Ihre Schülerin die Klänge ähnlich oder ganz anders als Sie wahrnimmt. Die Fähigkeiten zur Rhythmusgestaltung sind innerhalb einer Altersgruppe sehr verschieden, diese jedoch können durch systematischesTraining gut weiter entfaltet werden.

Dieses Hintergrundwissen hilft Ihnen dabei, den Unterricht besser auf die Stärken und Schwächen Ihres Schülers abstimmen. Oder auch zu entscheiden, ob für Ihrem Schüler ein Lehrerwechsel oder ein anderes Instrumentes besser wäre, ohne dass Sie Ihr Gesicht zu verlieren.

Setzen Sie den KLAWA-Test unterrichtsbegleitend ein


3. Das Zusammenspiel gestalten

Oberton- und Grundtonhörer musizieren unterschiedlich

Grundtonhörer spielten tendenziell lieber virtuos oder rhythmisch betont, Obertonhörer interessierten sich mehr für zarte Klangfarbenänderungen, die Gestaltung und bewusste Nachempfindung einzelner Klangereignisse, einen weicheren Tonansatz, historische Aufführungspraxis oder die Hervorhebung von polyfonen Melodieverläufen.  
 

Musikgruppen zusammenstellen

Sie können Ihre Musikgruppen oder Orchster nach Ihrer Hörweise zusammenstellen. Ensembles an Musikhochschulen oder iSinfonie- und Opernorchestern zeigten überraschenderweise tendenziell homogene Höreigenschaften. So waren die Orchestermusiker des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra fast alle Obertonhörer, die Orchestermusiker des Mannheimer Nationaltheaters hingegen überwiegend Grundtonhörer. Auch die Jazz- und Popschulen zeigten eine komplementäre Verteilung: Die gemessenen Schlagzeuger der Popakademie in Mannheim waren alle Grundtonhörer, die Schlagzeuger der Frankfurter Musikwerkstatt hingegen zumeist Obertonhörer.
 

Jazzmusiker musizieren anders

Trotz perkussiver Instrumente waren fast alle Jazzmusiker Obertonhörer. Möglicherweise profitieren sie als Obertonhörer entscheidend von dem Vorteil, die charakteristischen Jazzakkorde („Voicings“) in ihrem mehrschichtigen Aufbau von Septimen, Nonen, Undezimen und Tredezimen sauber auflösen zu können. Bei den Jazzschlagzeugern stand interessanterweise eher die klangfarbenbetonte Spielweise des Beckens im Mittelpunkt, im Gegensatz dazu bei den grundtonhörenden Drummern die durch die Bassdrum betonte Spielweise. Eine stark spektral hörende Paukistin beschrieb den Klang ihres Paukenschlags als 10- bis 20-stimmige „Melodieschichtung“ und konnte nicht verstehen, dass andere Hörer (Grundtonhörer) nicht in der Lage waren, mehr als einen einzigen donnernden Gesamtklang zu erkennen.

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